Wie ihr ja nun schon wisst, plagt mich derzeit die Langeweile. Gestern war mir sogar so langweilig, dass ich mich dazu entschlossen habe einfach mal Linux auszuprobieren. Kann ja nicht so schwer sein, dachte ich. Nach ein wenig Gegoogle und Rumgefrage, sowie einigen Problemen mit meinem Brenner hatte ich dann auch schnell eine bootfähige Ubuntu-CD.
Also konnte ich so langsam die Installation vorbereiten. Da ich bei solchen Sachen immer sehr vorsichtig bin und zu faul war eine umfangreiche Datensicherung zu starten, wollte ich meine Windows-Partition natürlich behalten und damit ich auch ja nicht aus Versehen irgendwas Falsches weg formatiere, sah ich mich gezwungen meine Vista-Platte sicherheitshalber zeitweise abzuklemmen. Auch wenn ihr jetzt denkt ich bin verrückt, aber ich kann einfach nicht vorsichtig genug sein. Deswegen musste ich die Installation auch zweimal abbrechen, da ich mir bei einigen Sachen nicht sicher war und diese lieber noch mal nachgelesen habe. Irgendwann hab ich es dann aber doch gebacken bekommen und über meinen Bildschirm flackerte ein nagelneues Linux Ubuntu. Und das ganze funktionierte sogar super gut. Von einem Client, der alle möglichen Instant-Massaging-Dienste unterstüzt, über Open Office, bis hin zu GIMP und Multimediaanwendungen war alles schon vorinstalliert. Das Ganze war auch super leicht zu bedienen und ich hatte bis jetzt auch kaum Probleme mit dem System. Ab und zu gab es zwar einige Sachen, die nicht auf Anhieb so funktionierten, wie sie sollten, aber nichts, was man nicht unter zur Hilfenahme von Google hätte beheben können und ich denke mal, mit der Zeit lernt man dazu und wird irgendwann alleine damit fertig, so wie es bei den meisten neuen Sachen ist, die man lernt.
Eigentlich gibt es, abgesehen davon, dass ich mit Linux erst noch etwas Erfahrung sammeln muss, nur zwei Gründe, warum ich Vista noch nicht von meiner Platte geschmissen hab: 1. Es sieht besser aus als Ubuntu (ich gebe zu , ich stehe auf dieses klicki-bunti Aero) und 2. Laufen auf Linux nur wenige kommerzielle 3D-Spiele, was für einen Zocker wie ich es bin, natürlich ein Problem darstellt. Da ich ja nun aber zwei Betriebssysteme auf einem PC habe, müsste ich nach dem Einschalten des Computers ja eigentlich gefragt werden, welches ich denn nun booten möchte. Aus irgendeinem Grund führt GRUB, der Boot-Manager von Linux, Vista aber gar nicht auf, vielleicht liegt es ja einfach nur daran, dass die Festplatte mit der Windows-Partition bei der Installation von Ubuntu gar nicht angeschlossen war. Auf jeden Fall musste ich das Problem irgendwie beheben. Allerdings hab ich bis jetzt nichts Vernünftiges gefunden, das mich Vista in GRUB oder Linux in den Windows Boot-Manager hätte eintragen lassen können. Aber ich habe einen Weg gefunden trotzdem beide Systeme booten zu können, ganz manuell und mechanisch. Wie funktioniert das? Ganz einfach. Ich habe also: Festplatte 1 mit Vista und eine Partition mit Musik und Fotos, Festplatte 2 mit Linux und ein Partition mit Games und wichtigen Programmen für Vista. Wenn ich nun gerade Ubuntu nutze und auf Vista umsteigen will, muss ich erst den PC runterfahren, Festplatte 2 abstöpseln, den PC wieder anschalten und schon wird das Windows OS geladen. Um nun auch noch alle installierten Programme nutzen zu können, muss ich den Rechner wieder runter fahren, Festplatte 2 wieder anschließen und den PC wieder hoch fahren. Will ich wieder zurück zu Ubuntu geht das ganze Spiel von vorne los, diesmal eben umgekehrt.
Mal sehn, wie lange ich das Spiel durchhalte und ob ich Linux dauerhaft nutzen werde. Experimentierfreudigen kann ich dieses Betriebssystem aber auf jeden Fall empfehlen.
So long...