Es
gibt ja Ereignisse auf die man sich lange im Voraus freut. Zum
Beispiel Weihnachten, Urlaub oder ein Konzert, für das man die
Karten schon Monate im Voraus gekauft hat. Wenn so was dann ins
Wasser fällt, ist man natürlich dementsprechend enttäuscht.
In
meinem Fall war das anders: Ich hätte kochen können vor Wut. Das
Objekt der Vorfreude: Battlefield 3. Seit Anfang des Jahres habe ich
auf dieses Spiel gewartet. Und natürlich habe ich es mir rechtzeitig vorbestellt – dem guten Pfund-Kurs sei dank in England. Nun ist es
ja bekannt, dass Pakete aus dem Ausland etwas länger brauchen, um beim
Empfänger anzukommen. Als die Fracht eine Woche nach dem deutschen
Release immer noch nicht ankam wurde ich doch schon etwas ungeduldig.
Aus der einen Woche wurden zwei und schließlich fast ein ganzer
Monat.
Wie
sich später herausstellte, hatte DHL rechtzeitig – nämlich am
Releasedatum – versucht das Paket zuzstellen, was auf Grund der
Abwesenheit des Adressaten nicht so recht klappen wollte. Die Sendung
bei einem Nachbarn abzugeben, war wohl auch nicht möglich oder
einfach zu aufwendig. Ebenso eine Benachrichtigungskarte in den
Briefkasten zu werfen. Das Ende vom Lied war dann, dass unser Paket
gut 4 Wochen bei der Post zur Abholung lag – ohne das wir davon
wussten – bevor es dann wieder an den Absender zurück ging.
Mit
gut einem Monat Verspätung und für 10 Euro mehr, habe ich mir das
Spiel dann beim örtlichen Elektrofachmarkt besorgt. Die Kampagne
ließ sich auch noch super spielen. Als ich dann aber in den
Multiplayer wechselte begannen die Probleme: Das Spiel ließ sich
nicht mehr starten. Normalerweise lässt sich sowas durch etwas
googeln und ein paar Mausklicks schnell beheben. Mein Problem war
allerdings ein spezial gelagerter Sonderfall. Im Internet gibt es
unzählige Spieler, die von dem selben Problem berichteten – und
ungefähr genau so viele Lösungsvorschläge. Ich hab sie alle
ausprobiert: Battlefield und Origin neuinstallieren, Punkbuster
updaten, neueste Grafiktreiber installieren, ältere Grafiktreiber
installieren, alle erdenklichen Programme als Adminstrator ausführen,
in der Registry rumbasteln, Windows wiederherstellen, einen anderen
Browser verwenden und alle Firewalls und Antivirenprogramme
auszuschalten.
Nebenbei
sei erwähnt, dass ich auch versucht habe mich an den technischen
Support von EA zu wenden. Wobei es zunächst wirklich nur bei dem
Versuch blieb. Wenn man die Kundenhotline anruft zahlt man nämlich
den normalen Festnetztarif. Das wäre auch nicht weiter schlimm
gewesen, hätte die vorausichtliche Wartezeit nicht 1 Stunde
betragen. Nett, dass man mich da an den englischsprachigen Support
verweisen wollte, wo ich nur 10 Minuten gewartet hätte. Vielleicht
sollte ich auf der Arbeit auch mal von meinen Kunden verlangen
Englisch mit mir zu reden, damit sie schneller dran kommen. Zum Glück
gibt es ja noch den Support per Livechat – ach, natürlich auch nur
in englischer Sprache. Aber besser als gar nichts. Da bekam ich auch
zwei mal einen Lösungsvorschlag, den ich noch nicht probiert hatte.
Bis es soweit war bedurfte es aber auch einiger Zeit und einiger
Wiederholungen. Ich bin mir echt nicht ganz sicher, ob das ein echter
Mensch oder ein Bot war mit dem ich da gechattet habe. Letztendlich
brachten mich die Ratschläge aber auch nicht weiter.
Das
gewünschte Ergebniss erzielte ich erst, als ich Origin Ingame
deaktivierte und Battlefield, ein Programm, für das Windows 7 als
empfohlenes Betriebssystem ausgewiesen ist – und das muss man sich
jetzt mal auf der Zunge zergehen lassen – im Windows
XP-Kompatibilitätsmodus startete. Ernsthaft? Das ist die randomste
Fehlerbehebung, die ich je gesehen habe. Aber was lernen wir daraus?
Man sollte nichts unversucht lassen, um ein Problem zu lösen. Wenn
mein Auto mal irgendwann kaputt geht, leg ich es also einfach aufs
Dach und schmiere es mit Nutella ein, das müsste dann irgendwie
helfen.