Meine andere Schwäche ist das Bewerten von Filmen. Ich bin eigentlich ziemlich leicht zufrieden zustellen. Wo andere Leute über Schnitt, Kameraführung oder Logiklücken in der Story meckern, zucke ich nur mit den Schultern. Solche Dinge fallen mir so gut wie gar nicht auf. Ich mache höchstens mal eine geistige Notiz, wenn ein Schnitt oder eine Kamerafahrt besonders gut gelungen oder außergewöhnlich war. Aber die wichtigste Frage, die ich mir nach einem Kinobesuch (oder jeder anderen Filmanschauung) stelle ist:
Hat mich der Film gut unterhalten?
Wenn ich diese Frage mit "ja" beantworten kann, bin ich eigentlich schon zufrieden. Klar gefallen mir dann einige Streifen besser als andere und - man mag es kaum glauben - einige finde ich sogar unfassbar gut, aber hauptsache ein gewisses Maß an Unterhaltung ist gegeben.
So fand ich zum Beispiel "Sucker Punch" relativ gut gelungen, obwohl er - laut Kritikern - ziemlich schlecht gewesen ist (und diese Kritiken kann ich total nachvollziehen). Aber hey! Der war halt irgendwie abgedreht und anders, in einem gewissen Sinne lustig - und er hatte Zombies! Und riesige japanische Viecher mit Gatling Guns! Plus: Wir konnten nach dem Kino noch lange über den Film diskutieren - noch besser ging das bei "Source Code" und allein die Tatsache, dass ein Streifen so etwas schafft macht ihn schon gut. Oder auch der Film, den ich heute erst im Kino gesehen habe "Dark Shadows". Meine Begleitung - sonst ein Liebhaber von Tim-Burton- und vor allem Johnny-Depp-Filmen sowie bekennender Fan von Sweeny Todd - war ziemlich entgeistert über die Leistung des Regisseurs und die offensichtlichen Story-Schwächen. Für mich hat der Film aber von vorne bis hinten gestimmt. Typischer Burton/Depp-Streifen, mit vielen Lachern super gutem Soundtrack und einer (zugegeben nicht immer 100%ig) tollen Besetzung.
Was aber nicht heißt, dass es nicht auch Filme gibt, die ich schlecht finde. Darunter fallen zum Beispiel - und jetzt haltet euch fest - "Matrix" und "The Dark Knight" (letzterer ist in meinen Augen der am meisten überbewertete Film den ich kenne, wobei hier wieder Problem: siehe 1. Absatz dieses Posts). Irgendwie haben die mich nicht wirklich angesprochen. Vielleicht war's die Story oder das Setting - ich weiß es nicht.
Genau so wenig kann ich mir die Frage beantworten: Habe ich einfach einen schlechten Geschmack, habe ich zu wenig Ahnung von Filmen, bin ich zu unkritisch oder bin ich doch einfach nur zu leicht zufreiden zustellen?
2 Kommentare:
Du musst dir mal die Marvel Filme á la "The Incredible Hulk", "Captain Amrica, "Thor" und "Iron Man 1+2" geben und schlussendlich "Marvels The Avengers" wo alle Superhelden dann gemeinsam drin vorkommen!
Die Frage ist doch auch, ob es Kritiken überhaupt braucht oder die jemals sachlich sein können?
Sei es Musik, Film oder Kunst - eine öffentlich gemachte Kritik ist immer Ausdruck subjektiver Empfindungen. Bei einigen ist die "Kameraführung unsauber und der Schnitt misslungen" und andere sprechen genau dann von "mutigen Wegen, die den Geist der Zeit treffen". Manchmal sind die Rollen "eine komplette Fehlbesetzung" und beim nächsten Kommentar zur gleichen Szene "eine hervorragende Arbeit des Jungschauspielers". Endlose Beispiele könnten folgen.
Kritiker kann also jeder werden. Die Frage ist lediglich, ob sich andere für die Meinung interessieren, aber irgendwer findet sich da eigentlich immer. Wenn man meint, etwas mitteilen zu müssen oder andere an seiner Meinung beteiligen will, sollte man dies tun. Hier darf man das wenigstens.
The Dark Knight ist, nebenbei bemerkt, ein ech guter Film und Source Code echt komisch. Werd bloß kein Kritiker ;P
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